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  Projekt NBS
 
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Neubaustrecke Ebensfeld-Erfurt 

>Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Schiene Nr.8.1.<


Das umstrittene Verkehrsprojekt führt vom oberfränkischen Ebensfeld über Coburg und Ilmenau in die Thüringer Landeshauptstadt Erfurt. Die in Bau befindliche Schnellfahrstrecke gehört zur Nord-Süd-Verbindung Hamburg-Berlin-Leipzig-München (derzeit Hamburg-Berlin-Leipzig-Saalfeld-München). Seit 1996 (zwischen 1999 und 2002 Baustopp) befindet sich die für 300 km/h ausgelegte Strecke im Bau. Ziel ist eine Eröffnung im Jahr Dezember 2017 (Fahrplanwechsel).

       

                              


Das Projekt

Beginn der Planungen war 1991. 1996 war das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Das Betriebskonzept enthält 137 Züge am Tag! Die Kosten der SFS sollen sich auf 3,1 Mrd. € belaufen. Die Forderungen zum Bau der Strecke kommen vor allem aus den Ländern Bayern und Thüringen. Ein Nutzen der Strecke ist allerdings sehr umstritten, da keine Bündelung von ICE-Verbindungen möglich ist und somit nur ein stündlicher Verkehr der ICE-Linie 28 zu erwarten ist.


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Die Lage

Beginn der Neubaustrecke ist bei km 20,4 der Bahnstrecke Bamberg-Lichtenfels. Die Strecke hat eine Länge von 107km (davon 34km in Bayern und 73km in Thüringen). 22 Tunnel mit einer Gesamtlänge von 41 km sowie 29 Talbrücken mit 12 km Gesamtlänge machen die Strecke zu einer "technischen Meisterleistung". Mit einer Länge von 8314m ist der Tunnel Bleßberg der längste Tunnel der Strecke, die längste Brücke wird die Ilmtalbrücke mit 1681m Länge. Die Strecke endet bei km 106,861 im Erfurter Hauptbahnhof. Aufgrund der vielen Tunnel wird die Strecke von vielen Eisenbahnfreunden auch gerne als "Thüringer-Wald-U-Bahn" bezeichnet.


Das Ziel der Neubaustrecke: Erfurt Hbf>>>



Die Nutzung

Die Nutzung der Strecke gilt als größtes Streitthema des Projektes. Möglich erscheint eine stündliche Verbindung der ICE-Linie 28 Hamburg-Berlin-München. Fraglich erscheinen die Anschlüsse von Coburg und Ilmenau. Als eine Möglichkeit gilt ein zweistündlicher Halt oder ein Halt in Tagesrandlage in Coburg. Ein Halt in Ilmenau ist derzeit nicht mehr Teil der Planungen, darf aber nicht ausgeschlossen werden. Eine mögliche IC-Verbindung scheint eher unwahrscheinlich, gilt aber auch als Möglichkeit. Ein Betrieb von Güterzügen ist nur in den Nachtstunden möglich, ein Einsatz ist zwischen 22 und 6 Uhr geplant. Wie der Betrieb ablaufen wird kann allerdings erst vor Eröffnung gesagt werden.

 

Der Anschluss Coburgs

Viele Diskussionen bringt der Anschluss der Stadt Coburg an die SFS mit sich. Überlegungen wie Turmbahnhöfe bei Dörfles-Esbach sowie in Niederfüllbach wurden nie ernsthaft fortgesetzt. Wahrscheinlicher ist ein Anschluss des Coburger Bahnhofs durch zwei (aktuell in Bau befindliche) Verbindungskurven bei Dörfles-Esbach sowie Niederfüllbach, welche die Neubaustrecke mit der Bahnstrecke Lichtenfels-Sonneberg verbinden soll und somit den Coburger Bahnhof anschließen. Ein Ausbau des Coburger Bahnhofs wird wohl erst vollzogen, wenn die genaue Nutzung feststeht. Ein erster Schritt zum Anschluss ist das am 16.Dezember 2007 in Betrieb gegangene Elektronische Stellwerk in Coburg und die damit verbundene Umstellung von Form- auf KS-Signale. Nötig wäre allerdings auch ein zweigleisiger Ausbau der Strecke Coburg Gbf-Coburg Pbf. Die Frage nach der Nutzung kann allerdings erst nach Eröffnung der SFS geklärt werden.


So sieht der Streckenbau im Bereich der Bahnstrecke Lichtenfels-Sonneberg/Abzweig Coburg aus>>>
  
Grafik: Deutsche Bahn AG, www.bahn.de



Reaktivierung Coburg-Eisfeld?

Verbunden mit dem Thema ICE-Halt in Coburg ist auch das Thema einer Reaktivierung des ehemaligen Werrabahn-Abschnitts von Coburg nach Eisfeld. Durch damit folgenden Bahnverbindungen und Zustiegsmöglichkeiten erhofft man sich bessere Chancen auf die Durchsetzung des ICE-Haltes, da die Deutsche Bahn für einen dauerhaften Halt mit 60 zusteigenden Fahrgästen pro Zug rechnet. Größter Befürworter ist der Fahrgastverband ProBahn.
Paralell dazu gibt es auch immer wieder Ideen, die Verbindung von Bad Rodach nach Hildburghausen herzustellen, um einen weiteren Anschluss Coburg`s herzustellen.
Im Planfeststellungsverfahren für die NBS ist auch eine Verbindungskurve mit der Hinterlandbahn Sonneberg-Eisfeld integriert, welche bei Grümpen hergestellt werden sollte. Auch wenn diese Variante nicht durchgesetzt wurde, so ist sie jederzeit auch nach Fertigstellung der NBS noch realisierbar.
Ob es allerdings jemals zu nur einer dieser Varianten kommen wird, bleibt sehr fraglich.




Was bedeutet der Bau für die Bahnstrecke Lichtenfels-Sonneberg?

Der zukünftige Betrieb der heutigen Bahnstrecke zwischen Lichtenfels und Sonneberg wird stark vom Betrieb der Neubaustrecke beeinflusst werden. Ein Betrieb wie er aktuell stattfindet scheint unwahrscheinlich. Allerdings lässt sich zu heutigem Zeitpunkt wenig über einen möglichen Betriebsablauf sagen. Möglich wäre eine Art Pendel-S-Bahn im Halbstundentakt mit Anschluss an den ICE in Coburg. Womöglich auch Anschlüsse an einen "Schnellen RE" auf der SFS, so wie es heute beim München-Nürnberg-Express der Fall ist. Dies soll allerdings bereits nicht mehr Teil der Planungen sein. Anschlüsse an die Neubaustrecke entstehen durch zwei Verbindungskurven bei Dörfles-Esbach sowie Niederfüllbach. Parallel zu möglichen Regionalzügen über die NBS verkehren durch eine aktuell laufende Ausschreibung von 2013 bis 2023 stündlich RE-Züge von Coburg (über Lichtenfels) nach Nürnberg. Technisch wird der Anschluss auch Modernisierungen mit sich bringen, welche allerdings durch die Installation des ESTW sowie der KS-Signale in Coburg bereits stattfindet.

 

Ausblick

Der Bau der Strecke hat sich von Baubeginn 1996 sehr verzögert. Der Baustopp von 1999 bis 2002 hat den ursprünglich geplanten Eröffnungstermin im Jahr 2004 in weite Ferne rücken lassen. Bis 2006 hat es nur sehr wenig in Angriff genommene Projekte gegeben (z.B. die Itztalbrücke).
Seit 2006 geht es eigentlich erst ernsthaft mit dem Bau der Strecke voran. Mittlerweile sind alle Bauvorhaben durch Ausschreibungen vergeben. Vorallem im Streckenbereich im Thüringer Wald sind die beeindruckenden Bauwerke deutlich erkennbar. Am mittlerweile festgelegten Eröffnungstermin am 8.Dezember 2017 gibt es immer weniger Zweifel.
Für die Strecke ist das Zugsicherungssystem ETCS Level2 vorgesehen.

 

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Pro
und Contra Neubaustrecke

>>> neue und wichtige Anschlüsse in Coburg

>>> Anschluss Erfurts an die Nord-Süd-Verbindung

>>> Fahrzeitgewinn der ICE-Linie 28 von rund 45 Minuten!

>>> zu geringe Auslastung der Neubaustrecke

>>> Abkoppelung von Lichtenfels, Saalfeld, Jena und Naumburg vom ICE sowie von damit verbundenen günstigen Nahverkehrsbedingungen

>>> zu hohe Kosten des Gesamtprojektes

>>> Projekt zieht sich zeitlich zu sehr in die Länge, vor 2016 fährt kein Zug über die Strecke; Bauwerke stehen nutzlos herum

 

Der Zeitplan bis zur Eröffnung

 

Ende 2014    Fertigstellung der Ingenieurbauwerke
Ende 2015    Fertigstellung des Oberbaus
2015/2016    Installation Streckenausrüstung
2017    Betriebserprobung
12/2017    Inbetriebnahme zum Fahrplanwechsel




Die Itztalbrücke bei Rödental ist bereits fertig gestellt...und wird von den Anwohnern gerne als "Soda-Brücke" bezeichnet, weil sie über Jahre hinweg einfach nur "so da" steht.
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Die Itztalbrücke verläuft parallel zur Autobahn A73>>>
 

 

wichtige Daten und Infos


Planungsbeginn:  
1991

Baubeginn:
   April 1996

voraussichtliche Fertigstellung:  
2016/2017

voraussichtliche Eröffnung:  
Dezember 2017

Kosten:  
3,1 Mrd. Euro (Gesamtprojekt)

Oberbau:  
feste Fahrbahn (geplant)

Brücken:  
29 (Gesamtlänge 12km)

Tunnel:  
22 (Gesamtlänge 41km)

besonderes Bauwerk:  
Grümpentalbrücke (weiteste Bogenbrücke Europas, Baubeginn 2006)

planmäßige Höchstgeschwindigkeit:  
300 km/h

Zugsicherungssystem:  
ETCS Level2

 

Noch sieht es nicht nach einer baldigen Zugfahrt auf der Itztalbrücke aus>>>
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Die "Bleßberghöhle"

Eigentlich sollten am 30.März 2008 bereits ICE mit bis zu 300km/h durch den 8,3km langen Bleßbergtunnel rauschen. Das anstelle einer ICE-Sichtung an diesem Tag per Zufall eine der größten geologischen Funde aller Zeiten in dieser Region gelang, hatte wohl niemand geahnt. An jenem 30.3. wurde beim Bau des Bleßbergtunnels eine Karsthöhle entdeckt. Nachdem erste Versuche der Deutschen Bahn, die Höhle der Öffentlichkeit vorzuenthalten noch ganz gut gelangen, musste der "Bauherr" bei einem 2.Anschnitt am 12.4. erst einmal einen Baustopp verhängen und eine Zusammenarbeit mit dem Thüringer Höhlenverein eingehen. Seither ist die sog. Bleßberghöhle großes Thema in den Medien. Der Bau des Tunnels ist mittlerweile wieder aufgenommen.

Was wurde gefunden?   Ein Tropfsteinhöhlensystem mit Stalaktiten von bis zu über 2 Meter (einmalig in Europa). Mittlerweile geht man von einem Ost- sowie Westteil der Höhle aus. Insgesamt wurde bisher ein Höhlensystem von über 1000m Länge entdeckt!

Wo wurde es gefunden?   Gerade einmal etwa 250m nach dem Tunneleingang des Südportals des Bleßbergtunnels unterhalb des Herrenbergs.

Was passiert jetzt mit der Höhle?   Aufgrund des Tunnelbaus und der dazugehörigen Sicherheitsbestimmungen wurden die bisherigen Zugänge innerhalb des Tunnels verschlossen, womit keine Zugang für die Öffentlichkeit besteht. Allerdings ist das Höhlensystem nachwievor erkundbar. Bisherige Versuche, die Höhle unter Naturschutz zu stellen, scheiterten. Da man bei den bisherigen Besichtigungen davon ausgeht, bereits nahe an einem möglichen Ausgang gewesen zu sein, bestehen große Hoffnungen einen weiteren Einstieg in die Höhle zu finden.

Sollten sie Interesse haben, mehr über den "Jahrhundertfund" zu erfahren, haben sie unter www.blessberghöhle.de die Möglichkeit dazu. Sehr zu empfehlen sind auch die Vorträge des Thüringer Höhlenvereins, welche regelmäßig in der Region stattfinden.


Truckenthalbrücke

Am 24.Juli 2008 sackte der zu diesem Zeitpunkt etwa 43m lange nördliche Bogenabschnitt ein. Als Grund nannte die Deutsche Bahn den Defekt einer Hydraulikpresse, genauergesagt ein Versagen der Schrauben einer Hilfsstütze. Von diesem Zeitpunkt an wurde ein Baustopp verhängt. Bis in den Dezember wurde mit Gutachtern nach einer Lösung des Problems gesucht. Am 28.Januar 2009 kam es dann zur Sprengung sowie der darauffolgenden Beseitung der Reste des Bogens sowie des dazugehörigen Stützpfeilers. Kurz darauf wurde mit dem Wiederaufbau des Bogens begonnen. Die DB bezifferte die zusätzlichen Kosten mit etwa 2 Mio. Euro.


News/Neuigkeiten


>>>HIER<<< gehts zu den News und aktuellen Infos zum Bau der NBS.



Interessante Links zum Streckenbau


www.vde8.de

http://www.baustellen-doku.info/grossprojekte/ice-neubaustrecke_ebensfeld-erfurt.php

http://www.rbd-erfurt.de/Strecken1/EbensfeldErfurt/EbensfeldErfurt.htm
 


Ausbaustrecke Nürnberg-Ebensfeld

Damit die wichtige Nord-Süd-Verbindung nicht zwischen Ebensfeld und Nürnberg unterbrochen wird, wird auch die Strecke auf diesem Teilstück erneuert. Es wird voraussichtlich zu einem Ausbau der Strecke kommen, der wohl mit dem Bau der neuen S-Bahn-Strecke verbunden wird. Genaue Daten zum Streckenausbau sind noch nicht festgelegt. Voraussichtlich wird die Strecke wohl für 230 km/h ausgerichtet, wobei auch ein kompletter Neubau der Strecke noch nicht ausgeschlossen werden kann (aber eher unwahrscheinlich).

Alles Wichtige zum Streckenausbau gibt`s hier .

 

 

 
   
 
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